Risikomanagement für Unternehmen und Start-ups

Unternehmer und Gründer: aufgepasst! Wir haben für Sie die wesentlichen Steps eines unternehmerischen Risikomanagements zusammengefasst. Damit wollen wir helfen, Risikomanagement als eine strategische Kernaufgabe wahrzunehmen und die zentralen Punkte einer Risikolandschaft schnell herauszuarbeiten.

Damit es gar nicht erst zu langatmigen, kategorienreichen Listen kommt, in denen das Wesentliche gesucht werden muss, gilt es insgesamt sechs Steps zu beachten. Risikomanagement soll schließlich nicht ein Risiko in sich werden, indem es einen selbst im Glauben lässt, man habe alles im Griff, weil man an Vieles gedacht hat. Nein, ein gutes Risikomanagement sammelt, selektiert und fokussiert.

Step 1: Zielsetzung und Frequenz des Risikomanagements festlegen

  • Grundsätzlich liegt der Zweck eines unternehmerischen Risikomanagements darin, Risiken zu identifizieren, zu klassifizieren, Maßnahmen festzulegen und die bedeutsamen Risiken fortlaufend zu beobachten. Mindestens einmal pro Jahr sollte sich jeder Unternehmer intensiv mit dem eigenen Risikomanagement befassen ebenso wie mit der strategischen Ausrichtung. Risikomanagement sollte als Teil der eigenen Strategie gesehen werden, um strategische Vorhaben auf solide Fundamente zu stellen.
  • Darüber hinaus sollte jeder prüfen, ob weitere, detailliertere Ziele definiert werden müssen, wie beispielsweise das bessere Management bestimmter Risiken. Ebenso sollte jeder entscheiden, ob die Frequenz erhöht wird.

Die wichtigsten Steps des Risikomanagements auf einen Blick:

Risikomanagement Schritte im Überblick

Step 2: Anhand von Grundfragen sammeln

  • Die Grundfragen sind simpel:
    Bei der Entwicklung der eigenen Strategie ist zu fragen: „Wo will ich hin?“ (Ziele, Zwecke) und „Welche Mittel muss und kann ich dafür mobilisieren?“ (Investitionen, Marketing/Vertrieb, Aufstellung der Organisation).
  • Bei der Entwicklung des eigenen Risikomanagements geht es bildlich gesprochen um den dazugehörigen Schulterblick: „Welche Risiken bestehen oder könnten sich realisieren?“, „Wie sind die möglichen Wirkungen dieser Risiken einzuschätzen: Als existenziell, bedrohlich oder schlicht nur als unangenehm kostspielig?“.
  • Dieser Schritt ist qualitativ, nicht quantitativ. Es geht um die Sammlung möglicherweise relevanter Risiken.
  • Bereits an dieser Stelle kann gefragt werden, ob es sich um vermeidbare Gefahren oder um unvermeidbare Risiken handelt. Gefahren, die durch Modifikationen von Geschäftsmodell, Organisation, Technik, Juristerei, Personalauswahl etc. vermieden werden können, sollten auch vermieden werden. Solche Gefahren sind dann nicht weiter im Rahmen des Risikomanagements zu betrachten.

Step 3: Expertise hinzuziehen und Sammlung vervollständigen 

  • Neben der Vervollständigung der Sammlung relevanter Risiken geht es hier bereits auch um Ideen, wie Risiken zu bewerten sind. Wichtig ist dabei stets der Blick auf die Folgen, also auf mögliche Schäden.
  • Hier sollte externe Expertise gehört werden. Dies ist eine der vordringlichsten Aufgaben eines Versicherungsmaklers. Neben einem solchen Fachgespräch raten wir allen Gründern und Unternehmern immer auch dazu, sich mit erfahrenen Kollegen aus der eigenen und durchaus auch aus anderen Branchen zu unterhalten.
  • Hier kann alles helfen: Der Expertenblick, der vertraute Blick des Branchenkenners wie auch der fremde Blick des Branchenfremden.

Step 4: Risiken bewerten 

  • Oftmals reicht eine Einteilung in existenzielle Risiken, bedrohliche Risiken und weniger bedrohliche Risiken. Falls gewünscht, kann diese Klassifizierung auch feiner sein.
  • In der Regel sind Quantifizierungen des maximalen Schadens sinnvoll. Dies ist zum Beispiel hilfreich, um die Wirkung eines singulären Großereignisses, wie etwa der Ausfall eines Key Accounts, abzuschätzen. Bei Risiken, die sehr oft auftreten und deshalb statistisch sinnvoll erfasst werden können, kann eine Abschätzung des Maximalrisikos ebenfalls sehr hilfreich sein. Beispielsweise könnten hier die Reaktionsweisen von Kunden auf negative Berichterstattung zu Produkten erfasst werden und die Wirkung auf den Umsatz.
  • Berücksichtigt man Eintrittswahrscheinlichkeiten von Risiken, dann sollte dies nicht dazu führen, dass unwahrscheinliche Ereignisse als wenig relevant gesehen werden. Bei der Bewertung sollte die maximal zu erwartende Folge eines Risikos immer im Blick bleiben. Viele Risikomanagements können auch ohne die Einschätzung von Eintrittswahrscheinlichkeiten sinnvoll sein. Hier kommt es auf den Einzelfall an, ob dieser Punkt einen Mehrwert bietet.
  • In diesem Step geht es also um die Selektion durch Bewertung. Am Ende sollten einige wenige, wirklich relevante Risiken stehen.

Step 5: Maßnahmen ergreifen

  • Hier ist abzuschätzen, mit welchen Maßnahmen Risiken minimiert werden können. Ebenso gilt es zu beurteilen, ob ein Risiko teilweise oder vollständig abgesichert werden soll.

Step 6: Risiken beobachten

  • Im Fokus steht in diesem Step die fortlaufende Beobachtung der als relevant identifizierten Risiken. Bei existenziellen Risiken darf es keinen Kompromiss geben: Diese gehören immer wieder auf den Radarschirm. Bei lediglich bedrohlichen Risiken kann man je nach Kapazitäten überlegen, ob diese selektiver bearbeitet werden.

 

Sind alle sechs Steps absolviert, beginnt ein fortwährender Kreislauf, indem man wieder zu Step 2 zurückkehrt. Tauchen grundsätzliche Fragen auf, dann ist Step 1 erneut zu durchlaufen. Der Erfolg des Risikomanagements hängt dabei entscheidend von klarer Methodik und Regelmäßigkeit ab.

Wir machen Ihr Risikomanagement einfach und effektiv. Kontaktieren Sie uns.

Geschrieben bei einem guten Drink.
Dr. Marcel Malmendier

 

Von | 2017-10-19T10:59:01+00:00 28. August 2017|Start-ups und Unternehmer|